SG "Die Wendelsteiner" München gegr. 1889 e.V.
SG "Die Wendelsteiner" München gegr. 1889 e.V.

Chronik GGadA

C H R O N I K 

der

Schützengesellschaft

Grüß Gott auf der Alm e. V.

 

Zusammengestellt und aufgeschrieben von vielen Vorgängern und 

1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck, zuletzt am 1. September 2006

 

1881

  

Im Frühjahr 1881 beschlossen die Herren Dillinger, Hiller, Hilz, Lechner und Reinweiler, eine Schützengesellschaft zu gründen.
Das war natürlich leichter gesagt als getan. Ein Schießlokal hatte man zwar, nämlich den Föhringer Hof in der Ismaninger Straße, aber es mussten nun Schießstände gebaut werden einschließlich Schutz für die Zieler, da ja mit Zimmerstutzen auf 15 Meter geschossen wurde. Am 16. September 1881 war es dann soweit, das erste Schießen konnte beginnen. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 13 aktive Schützen angewachsen. Der 1. Schützenmeister wurde das Gründungsmitglied Max Reinweiler. Aber man hatte immer noch keinen Namen für die Gesellschaft! Im Schießlokal stand eine Almhütte, in der man sich zusammensetzte, um nach einem Namen zu suchen. Es waren schon einige Mitglieder anwesend, als Schützenkamerad Hiller, ebenfalls ein Gründungsmitglied, hinzukam und die Anwesenden mit "Grüß Gott auf der Alm" grüßte. Ja, und das war nun auch gleich der Name der neuen Schützengesellschaft. 
Anmerkung des Chronisten: Sie haben zuerst gearbeitet und sich dann erst den organisatorischen Dingen zugewandt.

     

1884

  

Im Jahre 1884 standen bei Petroleumlicht bereits 25 aktive Schützen am Stand. In diesem Jahr mussten sie ihr Schießlokal ändern und zogen einige Häuser weiter in den Ismaninger Hof, der für 40 Jahre ihre Heimat wurde.

     

1890

  

Am 7. September 1890 konnte unter dem damaligen 1. Schützenmeister Johann Jakob das Fest der Fahnenweihe mit einem Preisschießen und einem Festzug begangen werden. Festplatz war die Unionsbrauerei in der Äußeren Wiener Straße, der heutigen Einsteinstraße. Die Schützengesellschaft "Ludwigsvorstadt" stand Pate.

     

1906

  

Am 12. Mai 1906 feierte man unter Bonifaz Schalk als 1. Schützenmeister das 25jährige Jubiläum mit einem großen Preisschießen, bei dem leider ein Kassenverlust von 450 Mark zu beklagen war, für die damalige Zeit ein großer finanzieller Verlust. Doch mit neuem Mut ging es weiter. Die Mitgliederzahl stieg auf 40.

     

1908

  

Im Jahre 1908 gründete unsere Schützengesellschaft im Verein mit der Schützengesellschaft "Die Wendelsteiner", Schützengilde "Friedensbund" und dem Schützenbund "Haidhausen" die Vereinigung der Zimmerstutzen-Schützengesellschaften "München-Haidhausen". Aus dieser Vereinigung ist dann die Schützensektion München-Ost hervorgegangen.

     

1919

  

Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde das Schießen eingestellt. Die Kriegsjahre lichteten die Reihen der Gesellschaft. Nach dem Krieg konnte im September 1919 das Schießen wieder aufgenommen werden.

     

1921

  

1921 wurde mit einem Jubiläumsschießen das 40jährige Bestehen gefeiert. Die Mitgliederzahl war inzwischen wieder auf 44 angestiegen. Das Jubiläumsschießen war ein voller Erfolg. 121 Schützen waren am Stand.

     

1931

  

Das 50jährige Jubiläum wurde am 16. Mai 1931 unter Xaver Zaska als 1. Schützenmeister mit einem Jubiläumsabend gefeiert, zu dem auch der 2. Vorsitzende des Bayerischen Schützenverbandes begrüßt werden konnte.

     

1936

  

Am 1. Mai 1936 löste sich die Schützengesellschaft "D' Isarwinkler" auf und trat mit den noch vorhandenen Mitgliedern und dem gesamten Inventar der Schützengesellschaft "Grüß Gott auf der Alm" bei.

     

1939

  

Als dann 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, war auch das bis dahin erfolgreiche Wirken der Gesellschaft vorerst beendet. Ende Oktober 1939 wurde das Schießen eingestellt, die Schützen trafen sich jedoch unter ihrem 1. Schützenmeister Josef Dimpfl jeden Monat im Schützenlokal, um die Kameradschaft aufrechtzuerhalten.

     

1943

  

1943 musste die Gesellschaft infolge der zunehmenden Bombenangriffe ihre Tätigkeit ganz einstellen. Auch lange Zeit nach dem Kriege durften die Schützengesellschaften ihre Tätigkeit nicht wieder aufnehmen.

     

1951

  

Durch die Entwicklung des Luftgewehrs zur Präzisionswaffe kam auch in das Schützenwesen neues Leben. Nachdem der Bayerische Sportschützenbund gegründet war, trommelte auch Schützenmeister Josef Dimpfl, damals der größte Idealist der Schützengesellschaft, seine Schützen wieder zusammen. Es waren noch 17 an der Zahl, 14 davon über 60 Jahre alt. Die Jüngeren sind im Krieg geblieben. Trotzdem wurde in der ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg, am 26. Mai 1951 beschlossen, die Gesellschaft weiterzuführen. Fahne und Scheibenstände waren im Kolosseumskeller noch vorhanden. Alles andere war in den Händen einiger Schützen gut aufgehoben, so dass das gesamte Inventar noch vorhanden war. An den ersten beiden Schießtagen wurden 15 neue Mitglieder aufgenommen, das Weiterbestehen der Gesellschaft war also gesichert. Sie wuchs weiter, neuer Geist machte sich bemerkbar.

Aus Anlass der 100-Jahr-Feier zur Eingemeindung Haidhausens in die Stadt München führte die Gesellschaft ein öffentliches Preisschießen durch. Acht Tage lang wurden die von den Schützen und anderen Gönnern gespendeten Preise ausgeschossen.

     

1956

  

Aber es gab kein Ausruhen, denn schon stand das 75jährige Jubiläum vor der Tür. Man kam überein, dieses mit einem großen Jubiläumsschießen zu verbinden. Um es gleich zu sagen, es wurde nicht nur ein großes Schießen, sondern das herausragende Ereignis sowohl der Gesellschaft wie auch der Münchner Schützengeschichte nach dem Kriege!
Vom 30. März bis einschließlich 8. April 1956 lieferten sich 878 Schützen einen fairen Wettkampf um die schönen Preise. Ein Erfolg, der für alle unerwartet war. 

Im Juli 1956 hielt die Schützengesellschaft "Oberföhring" anlässlich des 65jährigen Bestehens eine Fahnenweihe ab, zu der die Schützengesellschaft "Grüß Gott auf der Alm" die Patenschaft übernahm.

     

1957

  

Im Oktober 1957 verließ der damalige 1. Schützenmeister Hans Reischl mit einem Teil der Mitglieder die Gesellschaft und gründete einen neuen Verein, die heutige Schützengesellschaft "Stadt München". Der eigentliche Anlass dazu war die schon oft aufgeworfene, leidige Lokalfrage. Nun, die "Grüß Gott auf der Alm" überwand auch dieses. In den weiteren Jahren gab es Höhen und Tiefen.

     

1971

  

1971 wurde das 90jährige Jubiläum unter dem 1. Schützenmeister Paul Schmaler mit einem internen Jubiläumsschießen und einem bunten Abend gefeiert.

     

1981

  

Am 27. April 1981 wurde unter dem derzeitigen 1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck die Eintragung ins Vereinsregister vorgenommen. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums wurde die Fahne und ein Teil der alten Fahnenbänder restauriert. 

Am 16. Mai 1981 wurde das Fest des 100jährigen Bestehens mit einem Festgottesdienst in der Mariahilfkirche, einem Festumzug zum Nockherberg und einem großen Jubiläumsabend im Salvatorkeller gefeiert. Über 60 Vereine mit mehr als 2000 Gästen konnten an diesem Tag begrüßt werden. Es war ein voller Erfolg. Strengere Bestimmungen in der Gaststättenhygiene und -sicherheit erschwerten in den Jahren ab 1981 die Vereinsarbeit im Schießstand Wienerwald in der Anzinger Straße. Eine Renovierung war dringend vonnöten, scheiterte jedoch lange an der Kostenfrage.

     

1982

  

Im Jahre 1982 war es dann endlich soweit, die Gelder waren zugesagt und die in dem Schießlokal beheimateten fünf Schützengesellschaften (SG Oberland, SG Grüß Gott auf der Alm, SG Stadt München, SG Sankt Anna und SG Bergfried) konnten unter der Führung unserer Gesellschaft als Trägerverein mit dem Umbau beginnen. Der Umbau kostete insgesamt 120.000,00 DM, von denen die Löwenbrauerei (als Hauptpächter des Anwesens) 59.000,00 DM und der Wienerwald (als Unterpächter) 20.000,00 DM übernahm. Der Restbetrag in Höhe von 41.000,00 DM wurde von den fünf Schützengesellschaften anteilsmäßig übernommen. Die Landeshauptstadt München gewährte den Schützengesellschaften einen Baukostenzuschuss von insgesamt 10.000,00 DM 

Parallel zu den Aktivitäten im Wienerwald bemühte sich unsere Gesellschaft bereits jahrelang um einen Platz in einer städtischen Bezirkssportanlage. Viele Anträge an das städtische Schulamt führten 1982 endlich zum Erfolg, wir wurden als Trägerverein für den Schießstand in der künftigen Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee vom damaligen 1. Bezirksschützenmeister vorgeschlagen. Der Stadtrat der Landeshauptstadt München stimmte dem Antrag zu. Der 1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck ging nun mit der ihm eigenen Akribie ans Werk, zeichnete Baupläne um, führte Verhandlungen mit Stadtverwaltung und sonstigen Behörden, mit Vereinen und Handwerkern usw. usw. 

Die Schützengesellschaft Bergfried wollte ebenfalls in die neue Bezirkssportanlage einziehen. Nun ergab es sich aber, dass etwas später der 1. Bezirksschützenmeister anlässlich einer Feier bei den Bergfried-Schützen zu Gast war. Die trugen ihm ihren Wunsch, selbst gerne Trägerverein in der Bezirkssportanlage zu sein, vor. Eine Lösung war dann schnell gefunden, ein Verein kann nur einmal Trägerverein sein! 

Kurze Zeit später wurden wir vor die Alternative gestellt, entweder Trägerverein im Wienerwald oder in der Bert-Brecht-Allee zu sein. Der Haken dabei war allerdings, dass, wenn wir auf die Trägerschaft für die Bert-Brecht-Allee bestehen würden, wir automatisch die Trägerschaft für den Wienerwald verlieren würden und damit der laufende Zuschussantrag (10.000,00 DM) gefährdet sei. Die Auszahlung des Zuschusses kann grundsätzlich nur an den beantragenden Trägerverein erfolgen; wenn der dann nicht mehr Träger ist, kann auch das Geld nicht bereitgestellt werden. Ein anderer Verein (vom Wienerwald) kann später als Trägerverein den Antrag auch nicht stellen, weil er zur Zeit der Baumaßnahme nicht Trägerverein war, so wurde uns das dann erklärt! Ja,- so funktioniert die große Politik ! Nun, im Interesse der im Wienerwald beheimateten Schützengesellschaften verzichteten wir auf die Trägerschaft in der Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee. 

Die restlichen Jahre sind schnell erzählt. Sie wurden bestimmt von der alltäglichen Arbeit innerhalb einer Gesellschaft. Die Entscheidung, im Wienerwald zu bleiben und zusätzlich in die Bezirkssportanlage zu ziehen, verursachte zwar heiße Diskussionen in den eigenen Reihen und brachte erhebliche Mehrarbeit für unsere Funktionäre, andererseits kamen durch diese Lösung viele neue Mitglieder in unsere Schützengesellschaft.

     

1987

  

1987 wurde ein eigenes Leistungszeichen in der Ausführung Bronze, Silber und Gold geschaffen, welches von den Mitgliedern eifrig gemäß den entsprechenden Bedingungen geschossen wird.

     

1991

  

Am 23. März 1991 wurde unter dem 1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck das 110jährige Jubiläum mit einem bunten Abend gefeiert. Anlässlich dieses Ereignisses wurden die langjährigen Mitglieder Ludwig Haslbauer, Karl Sprengart und Paul Weiß zu Ehrenmitgliedern ernannt.

     

1992

  

Im Jahre 1992 entwickelte der 1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck ein eigenes kleines Programm, um künftig mit "Computerhilfe" unsere Finanzen zu verwalten. Dieses Programm wird heute von vielen befreundeten Vereinen eingesetzt,- auch der Schützengau München Süd-Ost verwendet es.

     

1998

  

1998 wurde eine eigene, sehr schöne Schützenschnur in den Leistungsklassen Silber und Gold geschaffen, die ebenfalls von den Mitgliedern entsprechend den Bedingungen sehr gerne geschossen wird.

     

2000

  

Auf dem Münchner Bezirksschützenball wird jedes Jahr der Bezirksschützenkönig bekannt gegeben. Zur Jahrtausendwende, als im Jahr 2000, wurde unser Schützenkamerad Adolf Maget mit einem 1,0 Teiler (ebenfalls ein Jahrtausend-Ereignis) 1. Bezirksschützenkönig von München. Selbstverständlich haben wir dies groß gefeiert.

     

2003

  

Anlässlich des 30jährigen Bestehens des Ostpark in München wurde in der Zeit vom 18. bis 20. Juli 2003 ein großes Volksfest veranstaltet, bei dem unsere Schützengesellschaft mit 5 weiteren Vereinen die Bevölkerung in einen "Gläsernen Schießstand" zum Schießen einlud. Die Beteiligung war sehr groß, leider konnte trotz intensiver Bemühungen hier kein neues Mitglied gewonnen werden. 

Seit vielen Jahren sind die Mitgliederzahlen in allen Vereinen, also auch bei den Schützenvereinen, stark rückläufig. Aus diesem Grund wurde auch in den übergeordneten Organisationen, also in unserer Schützensektion München-Ost überlegt, ob nicht ein Zusammenschluss mit anderen Münchner Sektionen sinnvoll wäre.

     

2004

  

Am 27. November 2004 beschlossen die Vorstände der Vereine der Sektion München-Ost, München-Solln und München-Süd-Ost die Auflösung ihrer eigenen Sektionen und anschließend die Gründung des Gaues München Süd-Ost zum 1. Januar 2005.

     

2005

  

Anlässlich der Bundesgartenschau 2005 in München war unsere Schützengesellschaft ein Wochenende im September mit dem "Gläsernen Schießstand" des BSSB auf der BUGA 05 vertreten. Die Gäste konnten erstmals mit einem "Laserlicht-Gewehr" schießen. Der Andrang war sehr groß, aber auch hier konnte leider kein neues Mitglied gewonnen werden.

     

2006

  

Am 26. August 2006 wurde unter dem 1. Schützenmeister Jürgen Dobbeck mit einem Ausflug zum Königssee das 125jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Hierzu wurde von den Vereinsmitgliedern ein Fahnenband gestiftet, das in der Kapelle "Maria Himmelfahrt" in Birkenstein / Fischbachau im Rahmen eines Gottesdienstes geweiht wurde. Außerdem wurde dem Kloster eine eigens angefertigte Kerze gestiftet. 

Bei Musik und gutem Essen in einem Landgasthof in Arget fand der Jubiläumsabend sein gemütliches Ende.

 

  

 
 

  

Das größte Problem aller Vereine sind heute die rückläufigen Mitgliederzahlen. Die alten Mitglieder werden immer älter und sterben eines Tages aus,- neue, junge Mitglieder sind kaum vorhanden bzw. lassen sich nur schwer gewinnen. 

Hier liegt die Hauptaufgabe der Vereine, wenn sie morgen noch bestehen wollen !

 

  

 
 

  

 

 

                

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Zuletzt geändert am: 05.11.2020

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